Metz

Stammsitz der Karolinger an der Mündung der Seille in die Mosel

Place des Chambres in Metz

Metz, am Jakobsweg Metz-Vézelay gelegen, ist das alte Divodurum (d. h. »Götterburg«) der Gallier im Gebiet der Mediomatriker, weshalb es auch Mediomatrica hieß, woraus Metä, Metis, Mattä und Metz entstanden ist. Nachdem es in der Mitte des 5. Jahrhunderts durch die Hunnen unter Attila zerstört, kam es an das fränkische Reich und ward bald die Hauptstadt von Austrasien; Ludwig der Fromme fand in der Abtei St. Arnold seine Grabstätte. 843 kam Metz an Lothar I. und nach dem Tod von dessen Sohn Lothar II. im Vertrag zu Mersen 870 an das ostfränkische (Deutsche) Reich. Zunächst dem Bischof untertan, der den Burggrafen ernannte, erwarb die Stadt zu Beginn des 13. Jahrhunderts die Burggrafenrechte und wurde Reichsstadt, legte auch trotz der gemischten Bevölkerung auf die Zugehörigkeit zum Reiche hohen Wert.

Karl IV. verkündete hier auf dem Reichstag 1356 die vorher zu Nürnberg beratene Goldene Bulle. 1444 ward die Stadt von den Franzosen belagert, jedoch nicht erobert. 1543 versuchte ein Teil der Bürgerschaft mit Hilfe Farels die Reformation in Metz durchzuführen, aber der Widerstand des Kardinals von Lothringen und das Verbot evangelischer Predigt durch den Kaiser verhinderten das Gelingen. Die katholische Partei im Rat und die hohe Geistlichkeit erleichterten 1552 die Besetzung der Stadt durch die Franzosen unter Montmorency, die im Einverständnis mit den protestantischen Reichsfürsten handelten; doch war die Mehrzahl der Bürger mit dem Wechsel der Herrschaft höchst unzufrieden, und viele Deutsche wanderten aus. Am 18. April 1552 zog König Heinrich II. in Metz ein; Herzog Franz von Guise, vom König mit der Verteidigung beauftragt, hielt dann vom 19. Oktober 1552 bis 1. Januar 1553 in einer denkwürdigen Belagerung gegen Karl V. tapfer stand. Die Stadt verlor zugleich ihre Selbstverwaltung, und der Bischof setzte die Behörden ein.

Ludwig XIII. machte 1633 Metz zum Sitz eines Parlaments, an das sich seit 1679 die berüchtigte »Reunionskammer« anschloss. Im Westfälischen Frieden (1648) erhielt Frankreich die volle Souveränität über Metz, Toul und Verdun, aber die alte Größe der Stadt war dahin. Die Einwohnerzahl sank 1552 bis 1698 von 60.000 auf 22.000; viele Hugenotten verließen Metz und siedelten sich zum großen Teil in Frankfurt a. O. an; erst im 19. Jahrhundert gewann Metz wieder eine besondere Wichtigkeit. Mehrere Belagerungen und Einschließungen, so auch 1814 und 1815, hielt es aus, ohne sich zu ergeben. Im deutsch-französischen Krieg 1870 ward Metz das Hauptquartier der französischen Rheinarmee und nach deren Niederlage von den Deutschen eingeschlossen. Die Stadt, 29. Oktober 1870 von den deutschen Truppen besetzt, ward im Frankfurter Frieden endgültig an Deutschland abgetreten. Von den französischen Einwohnern wanderten viele aus, dagegen viele Altdeutsche ein, so dass deren Zahl bald die altgesessene Bürgerschaft überwog und sie 1886 bei den Gemeinderatswahlen die Mehrheit (19 Stimmen von 32) erhielten, die sie zwar nach einigen Jahren wieder verloren, aber von 1902 ging eine Kompromissliste durch, nach der beide Parteien gleiche Stimmenzahl erhielten.

Die Kathedrale Saint Étienne in Metz

Kirchenschiff und Apsis der gothischen Kathedrale Saint Étienne in Metz, mit 6500 m² Kirchenfenstern, darunter auch die von Marc Chagall entworfenen Fenster mit Szenen des Alten Testaments.

Temple Neuf in Metz

Der 1901 bis 1904, während der deutschen Herrschaft in Lothringen, im neoromanischem Stil erbaute Temple Neuf in Metz wurde von Kaiser Wilhelm II. und seiner Frau Auguste Viktoria eingeweiht.

La Moselle, die Mosel in Metz, vom Pont des Morts in südwestlicher Richtung fotografiert

La Moselle, die Mosel in Metz, vom Pont des Morts fotografiert. Pilger folgen dem linken Moselufer in südwestlicher Richtung entlang der Rue de la Garde und dem Boulevard Poincaré in den Parc du Lac Aux Cygnes hinein, an einem Tretbootverleih vorbei und danach über die Brücke am Bras Mort de la Moselle zur Promenade Hildegarde hinüber, auf der sie nach links weitergehen. Am Boulevard Saint-Sypmphorien geht die Promenade Hildegarde in die Rue de Stade über, die später Impasse des Bras Morts heißt und zum Pont des Couvents in der Rue des Bataliers im Vorort Montigny-les-Metz führt.

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